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Copyright © 1996 Gerald Lehr

 

 

Fliegender Rasenmäher im Fernsehen

Gerald Lehr - Gernot Steenblock

 

 

„Clever! Die Show die Wissen schafft“ bei SAT1

Eines schönen Tages, im Juni 2006, erreichte mich folgende E-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,
auf Ihrer Internetseite haben wir gesehen, wie Sie einen Rasenmäher zum Fliegen brachten. Wir könnten uns gut vorstellen, so etwas in der von uns produzierten Sat.1-Fernsehsendung „Clever! Die Show, die Wissen schafft“ zu zeigen. Ich möchte bei Ihnen gerne anfragen, ob Sie sich eine Mitwirkung grundsätzlich vorstellen könnten.
 
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Topitsch

Rainer Topitsch
Redaktionsleitung Clever
Constantin Entertainment GmbH

„CLEVER! Die Show die Wissen schafft“ mit Barbara Eligmann und Wigald Boning hat 2005 den deutschen Fernsehpreis gewonnen und wird einmal wöchentlich zur besten Sendezeit ausgestrahlt.

Rainer Topitsch hatte im Internet den fliegenden Rasenmäher von mir, Gerald Lehr, ausfindig gemacht und wollte ihn für Clever haben.
Nach einigen Mails und Telefongesprächen wurde mit Rainer ein Termin festgelegt, an dem ich zu Filmaufnahmen nach München eingeladen wurde.
Alle Kosten würden von der Produktion erstattet.

Kurz entschlossen schnappte ich mir Gernot (Gernot Steenblock, unser 1.Vorsitzender, auch bekannt als "Dr. Fly"), der für solche Aktionen immer zu haben ist, und brachte ihm mein Anliegen näher. Wie zu erwarten, war Gernot sofort Feuer und Flamme für dieses Vorhaben und so starteten wir am vereinbarten Tag bereits um 7 Uhr mit dem Rasenmäher an Bord in Richtung München. Unser Ziel war der Flugplatz der IFM München http://www.ifm-muenchen.de/ in der Fröttmaninger Heide, gleich neben der Allianz-Arena.

An dieser Stelle möchte ich Gernot nochmal herzlich für seinen spontanen Einsatz danken!

Um 11 Uhr an einem dieser heißen Tage im Juni 2006, die diesen Sommer so einmalig machten, kamen wir an und wurden vom Vorstand Gabriel Spernath, dem Geschäftsführer Christian Hötzl und einigen Mitgliedern der IFM München herzlich empfangen. Auch Wigald Boning und die Filmcrew von Clever waren schon da und erwarteten uns sehnsüchtig.

Christian und Gerald vor bekannter Kulisse.

Ohne lange Vorrede wurde der Rasenmäher aufgebaut und sofort begannen die Filmaufnahmen. Der Aufnahmeleiter und auch Rainer Topitsch sprachen mit mir als Pilot und Erbauer die geforderten Flug- und Rollszenen ab. Gernot und den anderen Piloten wurde erklärt, wie sie sich als Publikum zu verhalten hatten.

Wir konnten selbstverständlich auch eigene Ideen einbringen und dabei gut den Spaß am Modellflug vermitteln.
Da von der Filmcrew niemand Erfahrung mit Modellflug hatte, wurden auch Aktionen gewünscht, die wir aus Sicherheitsgründen ablehnen mussten. Gerade bei solchen Änderungen merkte man, wie professionell die Filmcrew auf Veränderungen reagierte und diese ohne merkliche Verzögerung sofort umsetzte.
So war es kein Wunder, dass wir schon nach kurzer Zeit mit den ersten Einstellungen beginnen konnten:

Der Herr Moderator mäht den Rasen mit dem Rasenmäher. Der verselbständigt sich nach einigen Schritten, hebt nach wenigen Metern ab, nachdem Gerald kräftig am Höhenruder gezogen hat. Die staunenden Gesichter des Publikums sind immer toll zu sehen. Besonders diejenigen, die ein solches Fluggerät zum ersten Mal fliegen sehen, staunen besonders schön, beispielsweise die Jungs und Mädels des Produktionsteams. Alleine diese Einstellung wurde 3 bis 4 mal aus verschiedenen Perspektiven gedreht. Weitere Einstellungen mit dem Rasenmäher am Boden und im Flug folgten. Der Kommentar von Wigald Bonig zum Rasenmäher war, wie nicht anderes zu erwarten, typisch für Clever und sorgte immer wieder für Erheiterungen.

Wigald Boning testet die Schnittleistung

Ich bekam sogar eine Sprechrolle und musste Wigald Boning Rede und Antwort stehen (ich sage genau einen Satz), während Gernot und die anderen Piloten die Statistenrolle übernahmen. Die Filmaufnahmen zogen sich bis ca. 16 Uhr hin während die Temperaturen nach und nach auf deutlich über 30°C stiegen. Besonders nach einer Außenlandung, bei der Rasenmäher zum Glück nur leicht beschädigt wurde, war die Reparatur in der prallen Sonne eine schweißtreibende Arbeit. Ich schaute immer wieder sehnsüchtig zur Filmcrew, die beim Clubhaus im Schatten die Zwangspause verbrachte.

Im Tiefflug den Rasen der Allianz-Arena in Angriff nehmen.

Hier die angesprochene Aussenlandung.

Irgendwann überraschte uns Rainer mit der Idee, Luftaufnahmen vom Rasenmäher aus zu machen. Jedoch ist dies wegen der Vibrationen des Mähers fast unmöglich, das ergäbe nur absolut verwackelte Aufnahmen. Die Enttäuschung war groß, bis wir auf die Idee kamen, die Kamera einfach an einem anderen Modell zu befestigen. Eine wunderschöne Spacewalker wurde zum Kameraträger auserkoren und die Kamera auf eine ziemlich abenteuerliche, jedoch sehr sichere Weise am Fahrwerk montiert.

Hält doch. Was wollt Ihr denn?

Wir waren sehr beeindruckt, welcher Aufwand für einen so kurzen Trailer getrieben wurde.

Insgesamt war es ein sehr interessanter Tag für uns, speziell unter dem Aspekt, einmal ein professionelles Filmteam bei der Arbeit begleiten zu dürfen.

Vielen Dank an dieser Stelle an die IFM München und deren Mitglieder Gabriel Spernath, Christian Hötzl, Lorenz Thalmaier und Hans Schreiber, der den Spacewalker für die Flugaufnahmen zur Verfügung stellte.

Ein Highlight für uns war am Ende der Dreharbeiten die Anfrage von Rainer, ob sie den Rasenmäher auch für das Studio in Köln haben könnten, wenn Clever aufgezeichnet würde. Ohne zu überlegen sagte ich zu und auch Gernot war begeistert über die Einladung zur Aufzeichnung von Clever.

Drei Wochen später ging es also wieder mit dem Rasenmäher im Gepäck auf  „Clever-Tour“. Pünktlich um 16 Uhr trafen wir am Studiogelände in Köln ein. Etwa 60 Studios sind auf einem ehemaligen Kasernengelände gebaut worden und werden von allen möglichen Sendern und Produktionsgesellschaften für verschiedene Drehs gebucht.
Vor der Einlassschranke wartete schon Peter (Peet) Brinkmann auf uns, der noch zwei Modelle für die Requisite im Kofferraum hatte. Auch ich hatte außer meinem Rasenmäher noch meine Flying Lady dabei.

Begrüßen und Ausladen waren schnell erledigt, denn die Zeit drängte. Um 17 Uhr war die Generalprobe angesetzt. Wir begannen sofort, unsere Modelle zu montieren, damit sie im Studio aufgebaut werden konnten. Leider harmonierte das Orange meiner Flying Lady so gut mit dem orangenen Boden des Studios, dass man die Lady getrost als Stealth Fighter ansehen konnte.

Hinter den Kulissen ist Peet beim Aufbauen. Das dabei veranstaltete Quiz heißt: Suche die Flying Lady.

Peters Flieger waren besser zu erkennen. So kam seine neue Katana zum Einsatz. Da die Maschine noch nicht mal Ihren Erstflug hinter sich hatte, konnte man Peters Nervosität gut verstehen. Gehalten von zwei Schnüren wurde die Katana (Krill-Modellbau) zum ersten Mal in die Luft gebracht und mit zahlreichen Scheinwerfern und Farben von den Beleuchtern ins rechte Licht gesetzt (man beachten den RC-Network-Aufkleber an der Motorhaube).
Leider musste aus Platzgründen die Extra von Peter am Boden bleiben. Die Firma Conrad hatte ebenfalls zwei Flieger und einen Hubschrauber für die Show zur Verfügung gestellt. Daher war der Platz etwas geringer als geplant.

Die Katana beim Lichttest.

Nachdem ich den Rasenmäher aufgebaut hatte, wurde ich erst einmal verhaftet. Da ich in der Show auftreten sollte, musste ich natürlich cleverkonform eingekleidet werden. Weiße Hose, weiße Schuhe, blaues Hemd, blaue Krawatte und last but not least der weiße Kittel. Sogar ein eigenes Zimmer wurde mir zugewiesen, in dem ich mich umziehen konnte. Natürlich war an der Tür ein Schild mit der Aufschrift: Showact – Gerald Lehr. Nachdem ich eingekleidet war, ging es zur Maske und danach durfte ich wieder ins Studio, in dem Gernot und Peter in den Zuschauerrängen saßen und der Generalprobe zuschauen konnten.

Gerald, fertig für die Show eingekleidet.

Die Generalprobe lief nicht so, wie man das erwartet hätte. Viele Unterbrechungen und Pannen ließen den Ablauf immer wieder ins Stocken geraten und Moderation, Studioteam und Regie an Lösungen und Umstellungen arbeiten. Als Kandidaten-Komparsen dienten zwei Mitarbeiter des Produktionsteams.

Die Idee, einen Kunstrasen mit einem echten Rasenmäher zu überqueren, endete mit einem großen Loch im Kunstrasenteppich. Also wurde kurzer Hand der Ton des Rasenmähers zur Szene über die Lautsprecher eingespielt.
Die Idee, meinen fliegenden Rasenmäher von unten über einen Spiegel, der unter einem Glastisch montiert war, zu zeigen, wurde verworfen und ich durfte den Mäher anheben und in die Kameras zeigen.

Nach etwa 1,5 Stunden war alles geprobt und auch eine Panne aus der Generalprobe wurde als so gut befunden, dass sie in die eigentliche Sendung hinein geschnitten wird. Was das ist und was sonst noch passiert ist, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Nun war eine Pause bis zur eigentlichen Aufzeichnung um 20 Uhr angesetzt, die durch einen super  Cateringservice für das ganze Team verkürzt wurde.
So gegen 19 Uhr kam auf einmal jemand auf mich zu und sagte: „Du bist doch der Gerald Lehr, ich wusste gar nicht, dass Du persönlich nach Köln kommst.“ Es war  Thomas Vering (Username bei RCN: „tv“), der als Bild-Ingenieur in der Regie arbeitet und mich schon bei den Aufzeichnungen des Rasenmäherdrehs gesehen hatte. Die Welt ist klein, überall trifft man auf RCN-User, echt toll!
Diese Begegnung brachte uns in die heiligsten Hallen von Köln-Ossendorf. Thomas machte für uns eine Exklusivführung in die Bild- und Tonregie aber auch in den Computerraum, hinter all' die sonst so gut gesicherten Türen.

Thomas erklärt uns seinen Arbeitsplatz.

Für die Studios sind insgesamt vier Regieräume zuständig. Jedes Studio kann mit jedem Regieraum verkabelt werden. So sind die Regieräume gut ausgelastet und den Studios bleibt genügend Zeit für Proben, Umbauten, etc.
Clever wird in einem kleinen bis mittleren Studio produziert. In den größeren Studios wird z.B. „Deutschland sucht den Superstar“ aufgezeichnet. In unserem Nachbarstudio war es gerade irgendeine Gerichtsshow.
An dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön an Thomas für seine Informationen und für die Führung.

Um 19:30Uhr wurden die Zuschauer eingelassen und ein „Anheizer“ kam auf die Bühne; um das Publikum in Stimmung zu bringen. Das Fotografierverbot während der Sendung führte dazu, dass alle Bilder, die wir Euch hier zeigen, von der Generalprobe stammen.

Direkt vor der Show nun mit Publikum.

Neu bei Clever ist, dass die Kandidaten keine Prominenten mehr sind, sondern ganz normale Leute, die um Punkte und Geld spielen.
Punkt 20 Uhr begann die Aufzeichnung. Viel verraten möchte ich nicht davon, nur soviel sei gesagt, mein Rasenmäher sorgte einmal mehr für Staunen und ein kollektives „Ohhhhhh“ der Zuschauer.
Gegen 22 Uhr war schließlich alles vorbei. Die Flieger und der Rasenmäher waren wieder verstaut und wir ziemlich geschafft. Mit einigen Crewmitgliedern von Clever saßen wir danach noch ein wenig im Hotel zusammen, bevor es dann ins Bett und am nächsten Tag nach Hause ging.

Wer mehr wissen will, zum Beispiel zu meinem Rasenmäher oder wie Zaubertinte funktioniert, sollte es nicht versäumen, am 20. September 2006 um 20:15Uhr SAT 1 einzuschalten.

Nun noch einige Impressionen...

 

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Bildergallerie

Der fliegende Rasenmäher

 

 

   

Mäher-Spezial

   

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Vatertagsfliegen Pfullendorf

 

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